London – Tolle Sehenswürdigkeiten mit einer interessanten Geschichte

London ist ein Erlebnis für sich und nicht mit dem Rest Englands zu vergleichen. Durch die hohe ethnische und kulturelle Vielschichtigkeit bekommt die Hauptstadt Englands ein internationales und weltoffenes Flair, was sie deutlich vom Rest des Königreichs abgrenzt. Nirgendwo anders in Großbritannien gibt es eine solche Vielfalt an Religionen, Kulturen, Nationalitäten und Menschen.

Bei der Größe Londons weiß man häufig als Tourist gar nicht, wo man anfangen soll. Mit über 7 Millionen Einwohnern ist London nicht nur die größte Stadt Großbritanniens, sondern nach Moskau auch die zweitgrößte Stadt Europas.

Das Schöne an London ist, dass es für jeden Geschmack etwas bietet. Geht man zum Einkaufen in die Hauptstadt, hat man die Wahl zwischen den teuren Einkaufspassagen der Bond Street oder den günstigeren und traditionsreichen Orten der Carnaby Street, des Covent Gardens und natürlich des Camden Market, die allesamt eine urige und lebendige Atmosphäre schaffen.

Sehenswürdigkeiten in London gibt es beinahe wie Sand am Meer. Jede zweite Straßenecke hat eine Geschichte zu erzählen und lädt Touristen dazu ein, daran teilzuhaben. Die absoluten Aushängeschilder der Stadt sind der Buckingham Palace und die London Bridge. Neben diesen Attraktionen gibt es natürlich eine Vielzahl anderer spannender Ausflugsziele: die “Tate Modern” lockt jährlich Millionen von Besuchern mit ihrer einzigartigen Sammlung moderner Kunst. Vor allem das Gebäude, das früher ein Kraftwerk war, setzt sich von anderen klassischen Museen ab.

Weitere imposante Museen in London sind das Imperial War Museum und die National Gallery, Letztere befindet sich am Trafalgar Square und umfasst alle Kunstepochen vom 13. bis zum 19. Jahrhundert.

Nicht zu verpassen sind bei einem London Aufenthalt natürlich ebenso die St. Paul’s Cathedral, Westminster Abbey und die Houses of Parliament. Berühmte und sehenswerte Plätze sind auch der Trafalgar Square, auf dem Sie sich vor allen Dingen vor Tauben hüten sollten und der Picadilly Circus, an dem es ein reges Nachtleben gibt. Trotz intensiver Besiedlung hat es London geschafft, viele Grünflächen zu erhalten. So kann man sich beispielsweise im St. Jame’s Park, dem Green Park und dem Hyde Park wunderbar vom stressigen Touristenalltag erholen.

Zum Herumkommen ist die London Tube bestens geeignet, die riesige Victoria Station ist Dreh- und Angelpunkt des Londoner Verkehrssystems. Aber auch die vielen Busse, darunter die berühmten roten Londoner Doppeldeckerbusse, bringen Sie bestens an Ihr Ziel. Zahlreiche Busse bieten auch Stadtrundfahrten an, die Sie am besten zu Beginn Ihres Aufenthalts machen, um einen Überblick über diese riesige Metropole zu bekommen.

Unbedingt zu empfehlen ist die Beschaffung einer sogenannten Oyster Card, die nur um die 3 Pfund kostet und mit der Sie mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln um einiges günstiger und unkomplizierter vorwärts kommen. Zu kaufen gibt es diese Karte am ganz normalen Schalter, zum Aufladen des Guthabens können Sie an Automaten oder Schaltern einfach um einen ‚Top-up’ bitten.

Insgesamt gilt: Nehmen Sie sich für diese Stadt viel Zeit, denn sie ist es auf alle Fälle wert.

Die „Geburt“ Londons, der Hauptstadt des Vereinten Königsreiches von Großbritannien und Nordirland, beginnt Mitte des 1. Jahrhundert n. Chr. Die Römer entschließen sich eine keltische Siedlung an der Themse zur Hauptstadt der von ihnen eroberten Provinz Britannia auszubauen und taufen diese Londinium.
Auch schon zu Zeiten der Römer war London der Knotenpunkt der britischen Inseln: Das römische Imperium importierte Güter aus der ganzen Welt nach London und baute es dafür immer weiter aus. Noch heute zeugen einzelne Fragmente (wie beispielsweise die römischen Bäder) von der Imposanz Londons während dieser Zeit. Als die Römer London 410 n. Chr. Abzogen hatten sie die Bevölkerung zwar kulturell geprägt, hinterließen diese jedoch ohne jegliche Erfahrung mit der Verteidigung der Stadt. So wurde London schnell zuerst Beute der Angelsachsen, bevor sich die Wikinger immer wieder an den Schätzen der Stadt bereicherten.
Als letztes namen schließlich die Normannen 1066 unter William the Conqueror (William der Eroberer) das gesamte Land inklusive seiner Hauptstadt London ein. Dieser ließ auch sogleich zum Schutz der Stadt gegen die Angelsachsen den White Tower samt Schutzwalll darum errichten – heute bekannt als der Tower of London und eines der Symbole der Stadt.
Jener Tower musste über die Jahre so manche Tragödie miterleben – unter anderem wurden hier 2 der sechs Ehefrauen Henrys VIII. hingerichtet.

Während des Mittelalters blühte Stadt immer weiter auf und es entstanden zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise im Stadtteil Westminster, dem heutigen Regierungsviertel. Hier lag früher die Residenz der Monarchen, bevor Henry VIII. sich entschied, in den Palast nach Whitehall umzuziehen. Fortan tagten im Houses of Parliament sowohl das englische Ober- und Unterhaus. Zum Parlamentsgebäude gehört auch der Clock Tower mit seiner weltberühmten Glocke Big Ben. Ebenfalls in Westminster liegt die Westminster Abbey, neben der St. Paul’s Cathedral eine der schönsten Kirchen Londons. In der Abtei finden zahlreiche Persönlichkeiten der britischen Geschichte ihre letzte Ruhe.

Doch London hat weit mehr zu bieten als bloß den Stadtteil Westminster. Beispielsweise die City mit ihren vielen Geschäften und Bürokomplexen. Oder auch die Guildhall – wahrend des Mittelalters Rathaus und Zentrum des bürgerlichen Lebens in London. Sie wurde 1411 – 30 erbaut, nachdem London das Recht eines eigenen Bürgermeisters zugesprochen worden war. Um die Guildhall herum entstand in dieser Zeit auch das Bankenviertel Londons mit seinem größten Juwel, der Bank of England. Während der Herrschaftszeit der Tudors wuchs die Einwohnerzahl Londons von etwa 50000 auf über 200000. So war es bald notwendig, London auch über die Stadtmauern hinaus zu erweitern und es entstanden zahlreiche Vorstädte.
Während der Tudorzeit entstand auch der St. James Palace, damaliger Königspalast und auch heute noch im Besitz der königlichen Familie. Anstatt des Königs ist heutzutage allerdings seine Leibgarde darin untergerbacht. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde das Banqueting House errichtet. Charles I. beauftragte Peter Paul Rubens mit der künstlerischen Gestaltung des zentralen Innenraums und ließ den Künstler fast überall seine Größe und Allmächtigkeit darstellen. Durch jenes Banqueting House trat Charles I. auch seinen letzten Gang an. Mit seiner selbstherrlichen Regierungsweise und der Meinung, er habe das Parlament als Vertreter des Volkes nicht nötig, hatte er den englischen Bürgerkrieg herauf beschworen, in dem er Oliver Cromwell und dem Parlament unterlag. Nachdem Cromwell nach seinem ersten Sieg noch Gnade über den überheblichen König ihn walten ließ, Charles I. aber flüchtete und mit Hilfe einiger Verschwörer einen „zweiten“ Krieg anzettelte, wurde er nach seiner erneuten Niederlage zum Tode verurteilt und am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House hingerichtet. Acht Jahre später lehnte Cromwell im Banqueting House die ihm angebotene Krone ab. Noch heute erinnert eine Staue vor dem Parlament an Oliver Cromwell sowie eine Büste vor dem Banqueting House an Charles I.. In den Jahren 1665 und 1666 erlebte London die Wohl schlimmste Zeit seiner Geschichte. Zuerst raffte die Pest 90000 Menschen (ein Fünftel der Londoner Bevölkerung) hinweg, ein Jahr später zerstörte ein Großbrand etwa zweidrittel Londons. Das Feuer war zuerst in einer Bäckerei in der Pudding Lane ausgebrochen und breitete sich im Eiltempo aus. Der starke Wind und leicht entflammbaren Baumaterialen der Häuser (sie waren meist aus Holz) taten ihr Übriges. Am Ende stand fast die ganze Stadt in Schutt und Asche. Noch heute erinnert eine 14 Meter hohe Steinsäule (die schlicht und einfach „Monument“ genannt wird) an der Stelle wo das Feuer ausbrach an die Katastrophe. Doch London nutze die Chance zum Neubeginn. Unter dem großen Architekten Sir Christopher Wren wurde London völlig neu gestaltet und aufgebaut. Unter anderem wurde unter seiner Leitung der Wiederaufbau von 52 Kirchen realisiert. Das Meisterstück dürfte wahrscheinlich die eindrucksvolle St. Paul’s Cathedral sein, die dem Petersdom in Rom nachempfunden wurde. Wie in der Westminster Abbey finden auch hier zahlreiche Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe. So ist hier neben den beiden Siegern über Napoleon, Wellington und Lord Nelson, auch ihr Architekt Wren begraben. Nachdem sich die Bevölkerungszahl von den beiden Katastrophen relativ schnell erholt hatte, und London auch südlich der Themse immer weiter wuchs, war der Neubau einiger Brücken unumgänglich. Die London Bridge, bisher einziger Verkehrsweg über den Fluss wurde abgerissen und neu aufgebaut. Darüber hinaus erhielt London mit der Blackfriars Bridge sowie der Westminster Bridge 2 neue Verkehrsadern.

Die ständige Expansion des britischen Königreichs ließ auch seine Hauptstadt immer weiter wachsen, die sich schon bald zur mondänen Metropole entwickelte. Doch leider ging mit dem ständigen Wachstum auch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Während sich die Reichen in den Kaffeehäusern und Theatern der Stadt vergnügten, spielte sich vor allem in den Elendsvierteln Whitechapel und Southwark der Kampf ums nackte Überleben ab. Kriminalität war hier an der Tagesordnung. Dieser Zustand verbesserte sich zunehmens, als der damalige Innenminister Robert „Bob“ Peel eine schlagkräftige Polizeitruppe zusammenstellte. Aus dem Spitznamen des Innenministers leitet sich die Bezeichnung der Londoner Polizei als Bobbies ab. Doch auch den Bobbies gelang es nicht, den bis wohl schlimmsten Verbrecher in der Geschichte Londons zu stellen. Im Jahr 1888 gelang einem als „Jack the Ripper“ bekannten Serienmörder der Mord an acht Prostituierten, die zuerst erstochen und danach auf bestialische Weise ausgeweidet wurden. Obwohl der Täter 3 Briefe hinterließ, ist es bis heute nicht gelungen seine Identität aufzuklären. Unter Queen Victoria erreichte Großbritannien den Höhepunkt seiner Macht, auf dem es ein Viertel der Weltkarte sein Eigen nennen konnte. Auch London profitierte davon und wurde immer mehr zur prächtigen Stadt. In dieser Zeit wurden unter anderem der Buckingham Palace, noch heute die Residenz der königlichen Familie, und das Albert Memorial als Gedanken an Victorias verstorbenen Ehegemahl, errichtet. 1851 fand die Weltausstellung in London statt und die Stadt tat alles um dieser Ehre gerecht zu werden. So wurde eigens aus diesem Anlass der prächtige Crystal Palace gebaut, der 1936 leider vollständig nieder brannte. In dieser Zeit entsprang auch das älteste U-Bahn-Netz der Welt, die London Undergound , aus dem Jahre 1863. Täglich bringt sie bis heute Millionen von Pendlern nach London. Erst die Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanziger Jahre bremste den ständigen Aufschwung Londons. Während des Zweiten Weltkrieges, insbesondere in den Jahren 1940 – 41, war London bevorzugtes Ziel der deutschen Luftwaffe. Die Nationalsozialisten hofften, mit dauerhaften Bombardements (unter anderem durch die V1-Rakete) den Willen der Bevölkerung zu brechen. Dabei wurden viele Gebäude zerstört, die nach dem Krieg durch Neubauden ersetzt wurden. In den folgenden Jahrzehnten gelang es London schnell sich zu erholen und sich unter den Weltmetropolen zu etablieren. Durch die Auflösung des britischen Empire und den daraus resultierenden Einwandererwellen veränderte London sein Gesicht. Bis heute erstrahlt London in einem bunten und internationalern Glanz. Auch die Terroranschläge vom 7. Juli 2005, bei denen 4 Bomben in drei U-Bahnzügen und einem Bus explodierten und an die mehrere Gedenktafeln erinnern, konnten diesen Glanz nicht trüben. London zieht Einen nicht nur aufgrund seiner zahlreichen Sehenswürdigkeiten in den Bann und ist nicht zu unrecht Ausrichtungsort der Olympischen Spiele 2012.

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